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Biene sucht Blüte

|in Kooperation mit ALLOS|Müssen Bienen oder besser gesagt Insekten wirklich nach einem artgerechten Lebensraum suchen? 

Noch vor ein paar Jahren machte ich mir darüber keine Gedanken. Schließlich blüht es doch überall, es summt, zirpt und brummt. Doch mit dem Beginn meiner Gärtnerleidenschaft vor 5 Jahren und der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Pflanzen-, Gemüse- und Obstsorten, gewährte sich mir Schritt für Schritt ein Blick „hinter die Kulissen“ und der erschreckte mich.

Warum aber trifft der Name des ALLOS Projektes „Biene sucht Blüte“, welches es übrigens bereits seit 2012 gibt, so gut zu? Sind Blumen nicht gleich Blumen?

„Mit der „Biodiversitätsstrategie“ versuchte die EU bereits 2001 dem ungebrochenen Rückgang von Arten, genetischer Vielfalt und Verlust von Lebensräumen zu begegnen und geschädigte Ökosysteme wieder herzustellen. Im Halbzeitbericht (Okt. 2015) räumt der zuständige Umweltkommissar ein: „Es gibt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit –  der Verlust an biologischer Vielfalt ist gleichbedeutend mit dem Verlust unserer Lebensgrundlagen. Das können weder wir uns leisten noch unsere Wirtschaft“. Naturnahe Begrünung mit gebietseigenem Saatgut ist deshalb aus unserer Sicht inzwischen ein „Muss“. Will man der Natur Lebensräume zurückgeben, ist dabei unbedingt auf die Qualität der Ansäten – insbesondere auf ausgewogene Artenzusammensetzung zu achten.“ (Quelle: Rieger Hofmann)

Blume ist folglich nicht gleich Blume, denn genetisch optimiertes, dominantes Saatgut vertreibt unsere Ursorten, damit auch eine große genetische Vielfalt und schlussendlich einen reichen Insektenbestand. Die klassischen, optisch ansprechenden Gartenblüher erfreuen zwar uns, doch enthalten diese meist kaum noch Nektar und Pollen. Umso wichtiger ist es zurück zum Ursaatgut zu greifen und ursprüngliche Wildblumenmischungen wie Löwenzahn, Ringelblume, Kornblume und Sonnenblumen anzusäen. 

Aber zurück zur Biene . . . Die ALLOS  Initiative „Biene sucht Blüte“ entstand vor über 7 Jahren  als Azubi-Projekt mit einem kleinen Blühstreifen auf einer Wiese hinter dem traditionellen ALLOS Hof. 

Dieser wurde von Bio-Pionier Walter Lang in den 70er Jahren als Selbstversorger-Projekt in Drebber gegründet. Aus selbst erzeugtem Honig und getrockneten Früchten, machten Fruchtschnitten welche in einer eigens konstruierten Presse per Hand hergestellt wurden, den Anfang. Die Resonanz war hervorragend und ALLOS entwickelte sich vom Selbstversorgerhof zur beliebten Bio-Marke. Neben Agavendicksaft war Amaranth in der damaligen Zeit einer der bedeutenden Neuentdeckungen, welche das Produktangebot immer weiter wachsen ließ. Eine nachhaltige Einstellung hört aber bei der Produktion nicht auf, sondern wird in allen Bereichen gelebt. Hier geht Bio-Pionier ALLOS mit gutem Beispiel voran, wie etwa bei seinem langjährigen Projekt „Biene sucht Blüte“.

Aus diesem Azubi-Projekt ist mittlerweile ein nachhaltig angelegtes Großprojekt geworden, bei dem jeder von uns ganz einfach mitmachen kann. Dazu verteilt ALLOS jedes Jahr 100.000 kostenlose Samentütchen in den Biomärkten“ und auch in meinen Paketen findet ihr neben der bekannten Postkarten aktuell auch ein Tütchen Blühwiese von ALLOS. Es ist also ganz einfach, an gutes Saatgut für eure eigene Blühwiese zu kommen. 

Bereits kleinste Flächen wie Balkone oder Fensterbänke sind wichtig für den Erhalt von artgerechten Lebensräumen! Laut einem befreundeten Imker haben private Bienenvölker übrigens leider keine nachweisbar positive Auswirkung auf die Bienenpopulation. Ihr müsst euch also keine Gedanken machen, ob ihr Platz und Zeit für Bienenvölker habt. Was wir brauchen sind bienenfreundliche Bepflanzungen.

Durch zahlreiche Kooperationen mit Verbänden, Gemeinden, kommunalen Initiativen, Umweltzentren und Landwirten, welche ALLOS mit einer 5-jährigen regionalen und ursprünglichen Saatgutmischung versorgt, konnten mittlerweile bis zu 4,5 Hektar buntes Blütenmeer entstehen.

Wer jetzt vielleicht sogar eine größere Nutzfläche ab 0,5ha zur Verfügung hat oder einen Landwirt mit Ackerfläche kennt, darf sich unbedingt An ALLOS wenden. ALLOS ist immer auf der Suche nach neuen Kooperationen für das Blühwiesen-Projekt.

Wie ihr seht gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten mitzumachen und gemeinsam unsere Umwelt bunter und artenfreundlicher zu gestalten.

Bilder eures Blütenmeeres könnt ihr übrigens einfach an nachhaltigkeit@allos.de schicken oder auch auf der ALLOS Facebook Seite in einem Post teilen. Zusammen können wir so viele inspirieren und uns gemeinsam über bunte Balkone, Fensterbänke und Gärten freuen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Bewusst werden eines gravierenden Problems, welches wir uns selbst geschaffen haben. Denn eine reichliche Ernte, saftiges Obst oder ein simples Honigbrot sind ohne Bienen unvorstellbar. Um also langfristig dem Artensterben entgegenzuwirken, ist es unverzichtbar, auch unsere Kinder aktiv mit einzubinden. Und mal ehrlich . . . das Auseinandersetzen mit dem Thema Biene ist nicht nur dringend notwendig, sondern wirklich spannend. 

Dies kann auf ganz unterschiedlichen Wegen passieren. Bücher etwa fesseln bereits die Kleinsten und sind ein wundervolles Erlebnis für die ganze Familie. Eines unserer aktuellsten Lieblingsbücher ist „Die Honigbiene“

Selbstverständlich gibt es auch viele schöne und simple, kreative Ideen rund um die kleinen gestreiften Tierchen. Einige habe ich ja bereits auf meinem Blog mit euch geteilt, etwa unsere kleinen Filzbienen mit gefilzten Bienenstock oder auch die kinderleichten Tannenzapfenbienen: Alles drei Projekte, welche ihr schon mit euren Kindergartenkindern leicht umsetzten könnt. 

Das Schöne an Büchern und kreativen Projekten ist, dass sie euch das ganze Jahr über begeistern können. Denn auch wenn wir uns besonders im Frühling und Sommer mit dem Thema Bienen/Insektensterben befassen, so ist es ja eigentlich auch im Winter nicht plötzlich unwichtig geworden, nur weil es draußen kalt ist.

Hier noch zwei kleine Ideen, welche besonders in der warmen Zeit des Jahres großen Spaß machen. Ein erstes Sommerprojekt ist das Ansäen einer Bienenwiese. Wie bereits oben im Text erläutert, kommt es dabei nicht unbedingt auf die Größe an, sondern vielmehr auf das Aktiv werden. Besonders lustig ist es, Saatgut in Seedbombs zu verarbeiten und einfach unterwegs zu verstreuen. Wichtig dabei ist, dass ihr sie nicht in bestehende Biotope oder Naturschutzgebiete werft und dass ihr ursprüngliches Saatgut wie die ALLOS Blühwiese verwendet. Der Grünstreifen in der Stadt oder Omas Garten eignen sich dafür in der Regel sehr gut und ein bisschen wildes Bunt kann wirklich jede noch so grüne Stadt gut vertragen.

Doch auch mein etwas anderer Blumengruß in Form von handgeschöpftem Saatpapier könnt ihr mit der ALLOS Blühwiese ganz einfach herstellen. Alles was ihr neben gutem Saatgut braucht, ist Wasser und altes Zeitungspapier, Klopapierrollen oder unbeschichtetes Seidenpapier. Die genaue Anleitung habe ich bereits dieses Frühjahr mit euch geteilt.

Mitmachen ist also wirklich einfach und macht obendrein großen Spaß. Ob ihr andere mit euren Blumenbildern auf ALLOS inspiriert, Bienenwiesen ansät, zusammen kreativ werdet oder vielleicht sogar größere Nutzflächen für die ALLOS-Bieneninitiative zur Verfügung stellt. Ich hoffe, in meinem kleinen Bienenpost ist für jeden etwas dabei.

So und zum Schluss würde mich jetzt natürlich interessieren ob und vor allem wie ihr euch mit der Thematik „Bienen & Insekten“ befasst. Habt ihr die ALLOS Blütenmischungen in eurem Biomarkt bereits entdeckt? Lest ihr mit euren Kindern oder habt ihr vielleicht noch ein paar weitere Ideen und Tipps in petto? 

Schreibt mir gerne oder teilt eure Ideen und Anregungen einfach unter diesem Beitrag. Zusammen können wir in kleinen Schritten viel erreichen . . .

Viele liebe Grüße

ann

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