MAMA

OH HELLO BOY

Ganz ehrlich? Ich hatte sowas von keine Lust auf die Geburt. Als ich mit meiner Tochter schwanger war, erkämpfte ich mir sozusagen eine natürliche Geburt, denn auf Grund der Risikoschwangerschaft wollten meine Pränatalärzte eigentlich einen Kaiserschnitt. Doch ich setzte mich durch und das Töchterchen kam in einem Affenzahn auf die Welt. 3,5 H hat es gedauert und zwar von „Oh Schatz ich glaub die Fruchtblase ist geplatzt“ bis „Hallo du kleines Wunder“.

Die Eröffnungswehen fand ich fürchterlich, die Presswehen empfand ich als wahre Erlösung und nach 4 x pressen war sie auch schon da.

Beim Muckelchen wusste ich ja schon ungefähr was auf mich zukommt und erklärte Mr. Rock, dass ich bitte bereits im Auto auf dem Weg ins KH eine PDA möchte! Also nur um auf Nummer sicher zu gehen und dass er bitte ne Welle schieben soll, wenn sie mir erstmal mit nem Paracetamoltropf kommen wollen. Diesen Eröffnungsscheiß mach ich nicht nochmal ohne! Tzzz von wegen, sag ich da nur. Denn wie auch schon seine Schwester, hatte es der kleine Bub dann natürlich auch super eilig.

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Die meisten haben ja schon mitbekommen, dass wir die letzten Tage vor Termin dann wirklich ALLES versucht haben, um den Wurm zum rauskommen zu bewegen. Nein, er war noch nicht drüber, aber die Fruchtwassermenge war sehr gering und die Ärzte hätten ohnehin eingeleitet. Doch das Muckelchen hatte seinen eigenen Kopf . . . zum Glück!

Am Sonntag Abend hatte ich plötzlich das Gefühl, ich sollte heute früher ins Bett, ganz nach dem Motto „Vielleicht brauch ich ja eine extra Portion Energie“. Also bin ich nach dem Blockbuster und ohne irgendeine Reaktion meines Bauches brav ins Bett! Ja ja dieser Mutterinstinkt ist schon faszinierend.

So gegen 02:30 Uhr bin ich dann aufgewacht, der Bauch muckste, aber ich empfand es nicht als dramatisch, kannte ich diese Zicken ja schon von den letzten Wochen. Eine ganze Stunde habe ich versucht, wieder einzuschlafen, doch immer wenn ich weg dämmerte, kam da wieder so ne Wehe daher und zack war ich wieder wach. Also stiefelte ich so durch die Wohnung, ganz im Rhythmus des morgendlichen Berufsverkehrs. 2 Teller in den Geschirrspüler räumen, inne halten und ATMEN, Klamotten fürs Töchterchen herrichten, inne halten und ATMEN. Natürlich hab ich auch versucht, die Abstände zu messen. Aber ganz ehrlich, keine Ahnung wie das gehen soll??? Mal dauerte eine Wehe 3 Minuten, mal nur 3 Sekunden, dann hatte ich 10 Minuten Pause, dann wieder nur ne halbe Minute. Um 04:45 Uhr weckte ich dann doch mal meinen Freund und wir riefen meine Schwiegermutter an. 30 Minuten später fuhren wir in die Klinik. Im Aufzug dann änderte sich plötzlich was und ich meinte so „Du ich muss schon pressen, jetzt sollten wir uns echt beeilen.“ Bis dato fand ich das Ganze nicht sonderlich schlimm und auch das Wegatmen war relativ easy.

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Da wir direkt vor der Notaufnahme geparkt hatten, wollte Mr. Rock das Auto noch umparken. Ein kurzer Blick von der Hebamme. Muttermund komplett offen. „Wenn sie die Geburt miterleben wollen, dann sollten sie ihr Auto stehen lassen!“

Ja und dann ging es los. Was ein verdammter Scheiß! Dieses Mal war das Pressen echt kein Spaß. Zwischendurch zog ich das Muckelchen wieder hoch und sagte „So Schluss jetzt, der bleibt drin!“

Aber wir Mamas wissen nur zu gut, dass es kein zurück mehr gibt. Das Kind will & muss raus! Dann noch das letzte Schmankerl, denn natürlich bin ich wieder gerissen und zwar schön langsam auf ca. 5 Wehen verteilt und unter „Kopf raus ruckeln“ der Hebamme. Dann ging alles schnell. Kaum war das Köpfchen da, flutschte der Rest hinterher und um 06:05 Uhr hielt ich unser perfektes 53cm großes, pures Glück in den Armen.

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Langsam ging die Sonne auf, die Hebamme brachte mir einen herrlichen Milchkaffee und ich genoss die erste Zeit nur zu zweit mit dem Wurm, denn Mr. Rock parkte das Auto um . . .

 

So ich kuschel mich mal wieder mit meinem Muckelchen auf die Couch und wünsche euch einen schönen Mittwoch

xoxo

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2 Comments

  • Reply
    metterlink
    9. November 2016 at 11:20

    Herzlichen Glückwunsch! Genießt eure gemeinsame Zeit zum kennenlernen!
    Liebe Grüße,
    Marina

  • Reply
    Larissa//No Robots Magazine
    21. November 2016 at 8:31

    Ich habe dich gerade erst entdeckt und kann schon ein (verspäteten) Glückwunsch hinterlassen! 🙂 Wie schön! <3

    (Ich hatte übrigens trotz PDA bestimmt 6 Stunden lang Höllenwehen – ungefähr vier Stunden vorher und dann bestimmt noch zwei Stunden Horror-Presswehen. Eine PDA ist auch nur nützlich, wenn das Dazwischen lange dauert. ;))

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