DAS LEBEN

An Tagen wie diesen . . .

Es ist eine skurrile und surreale Situation. Wir sitzen auf dem Sofa und verfolgen fassungslos die Nachrichten.

Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich den Olympiaturm, in einem hellen, strahlenden Kegel, welcher Nachts um vier immer noch strahlen wird. Passiert das gerade wirklich? Bei uns dahoam? Tausend Fragen schießen gleichzeitig durch meinen Kopf. Bitte lass unsere Liebsten in Sicherheit sein, bitte keine Kinder unter den Opfern, was bewegt jemanden zu so einer unmenschlichen Tat und was ist das für ein Mensch, was ist da wohl schief gelaufen? Ein Irrer? Ein Kranker? Ein Terrorist?

Eyes_Angst

Dann kommt das erste Augenzeugenvideo. Ein Mann stolpert aus einem Mc Donalds, legt plötzlich ganz ruhig an und schießt. Teenager rennen weg. Teenager! Kinder! und mein Herz wird so unglaublich schwer. Am nächsten Tag, werde ich lesen das es neun Todesopfer gab, bis auf eine Frau, alle zwischen 14-19 Jahren. Der Täter hatte es wohl gezielt auf Jugendliche abgesehen und da ist er wieder, dieser Kloß in meinem Hals. Die Gefühle einer Mutter, die mitfühlt, die mittrauert.

Angst! Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Denn ein gesundes Maß an Angst beschützt uns vor gefährliche Situationen, lässt uns vorsichtig und achtsam werden. Ich versuche meine Ängste ernst zu nehmen und zu respektieren, aber auch nicht mehr. Ich lasse mich nicht hinein fallen. Und auch mit der Angst ist es wie mit allen Gefühlen und Erfahrungen. Wir wachsen mit der Situation und lernen damit um zu gehen. Als Mutter beschäftigen mich ganz andere Ängste, als noch mit 20.

Gut & Böse, Liebe & Hass das eine gibt es nur, weil es das andere gibt. Das wissen schon die Kleinsten.

Seit ich Mama bin, schaue ich kaum noch Nachrichten. Versteht mich nicht falsch, ich möchte keinesfalls die Augen davor verschließen, was in der Welt passiert, doch kann ich es an manchen Tagen kaum ertragen. Wieder hat eine Mutter ihre Kinder bei einem Bombenanschlag verloren, wieder ist ein Schiff voller Flüchtlinge gekentert. In solchen Momenten könnte ich heulen aus Verzweiflung, doch ich reiß mich zusammen. Als Mama möchte ich meine Kinder aufwachsen sehen, sie beschützen und ihnen ein wundervolles Leben ermöglichen! Meine Kinder sind mir das Wichtigste im Leben und genau aus diesem Grund, kann die Angst um sie auch so lähmend sein. Das ist normal! Ja! Schlimmes passiert, es passiert schon seit es uns Menschen gibt und natürlich bin ich gerade an solchen Tagen, wie letzten Freitag unglaublich dankbar, das es uns und unseren Liebsten gut geht. Aber die Welt ist auch so wunderschön. Meine Tochter zeigt es mir jeden Tag. Wenn wir spazieren gehen und plötzlich kommt die Sonne raus, höre ich aus dem Kinderwagen „Oh Mama schau, die schöne, warme Sonne!“ Jedes Tier ist lieb, auch die nervige Vespe ist in ihren Augen eine „liebe Biene Maja“. Blumen werden gestreichelt, dem Bus wird gewinkt und es gibt manchmal nichts faszinierenderes, als der Regen, der an die Scheiben prasselt (und „Mama“ denkt sich, boah ne oder, ich hab grad die Fenster geputzt)

So ein Freitag, holt uns wieder auf den Boden zurück, lässt uns erkennen was wirklich wichtig ist im Leben! Von einer Sekunde auf die andere werden wir aus unserem routinierten Alltagstrott heraus gerissen. Doch dürfen wir uns davon nicht verrückt machen lassen, sondern noch bewusster jeden Tag genießen! Unsere Kinder zeigen uns wie es geht!

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1 Comment

  • Reply
    Juli
    25. Juli 2016 at 16:32

    Geht mir genauso und neben dieser Trauer und Angst empfinde ich Wut darüber, dass ich so fühle. Ich will diesen Irren nicht die Macht über meine Gedanken geben…

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